Ich muss mir mehr Zeit nehmen. Für mich.

Ich_muss_mir_mehr_Zeit_nehmen_fuer_mich_fuer_dich

14. November. 6:30 Uhr.
Der Wecker klingelt; ich bin sofort wach. Eigentlich bin ich schon seit zwei Stunden wach. Hab mich irgendwo zwischen Schlaf und Wirklichkeit rumgetrieben. Schöner Ort. Ich könnte noch länger so liegen bleiben, nichts tun, schlummern, dösen.
Träumen. 


Aber die Unruhe packt mich. Sie packt mich schlagartig, niemals schleichend oder langsam. Greift mich meist direkt beim Schopf, lässt mich flacher atmen und meinen Puls sofort höher schlagen.
Stress.
Was muss ich noch alles machen? Was steht an? 
Reflexartig lege ich mir meinen Tagesablauf gedanklich zurecht, überprüfe meine vorhandenen Zeitfenster, überprüfe meinen gedanklichen Kalender und meine bevorstehenden Termine. Meine To-Do-Liste. 
Überprüfe mich.
Wie geht es mir? Bin ich fit? 

Die Antwort lautet seit Wochen: Nein. 

Ich komm' mit Stress klar. Ich kann mich gut organisieren. Kann auf die immer wiederkehrende Frage, wie ich das alles unter einen Hut bekomme - Uni, Arbeit, Praktikum, Chor, Chorleitung, Musical, Band, Blog usw. - immer nur antworten: 

"Das geht. Mit gutem Zeitmanagement geht das schon. Es kommt auf deinen Fokus an, auf deine Prioritäten. Man muss belastbar sein, ja. Das bin ich. Aber ich mache es gern! Es bereitet mir Freude. Alles davon! Deshalb geht's."

Schon kleine Rückschläge bringen mich aus dem Konzept.

Doch plötzlich wird man krank. Eine simple Erkältung gemischt mit einer unerklärlichen Allergie. Es braucht nicht viel und doch fehlt auf einmal die Energie, die man mal hatte. Es fehlt der letzte Funke, der einen sonst antreibt. Es fehlt die Lust. Weil man auf einmal kämpfen muss. Jeder Tag wird zum Kraftakt. 
Zerrt an einem. Wird zum Seiltanz. Die eigene Balance? Plötzlich futsch. 
Alles, was man macht, was man kann und wodurch man sich auszeichnet wird auf den Kopf gestellt.

Blöde Erkältung, dachte ich. 

Geht bald vorbei. Mit viel Tee und Abwarten. War das nicht so in dem Sprichwort? Eine Erkältung dauert ohne Arzt sieben Tage, mit Arzt eine Woche. Oder so. 
Ruhe halten? Fehlanzeige. 
Pause machen? Geht doch nicht. Passt mir nicht in den Kram und ruiniert den Plan. Kann ich mir nicht leisten. 

Die Quittung kommt mit dem November. Verschleppte Grippe, Stimmbandentzündung, Schlappheit, Kopfschmerzen. Mein Körper arbeitet gegen mich, nicht mehr mit mir. Gedanken an den nächsten Tag bereiten mir Bauchweh.
"Ich schaff' das nicht.
"Ich kann nicht mehr" 
Ich kannte mich so nicht.  Bisher.

Was hilft? 

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Warme Herbstsonne. Kalte Luft. Und Zeit. 

Wir laufen durch die Kälte, dick eingepackt und dennoch zitternd. Der Boden ist gefroren und hart, die Sonne scheint uns in ihren letzten Minuten an diesem Tag (16:45 Uhr) aufs Haar. Sie scheint durch das Geäst und hüllt den Wald in eine Märchenhülle. Es knackt im Busch; ein Eichhörnchen sammelt die letzten Schätze ein und trägt sie flink davon. 

Ich beobachte dieses Spektakel und merke: Ich muss mir mehr Zeit nehmen.
Es tut irgendwie gut es selbst zu merken. Mein Körper weiß das schon länger und atmet erleichtert auf. Mein Kopf hat es verstanden. Es ist wichtig, auf sich zu achten. 
So sehr man das liebt, was man tut.
Das Wichtigste daran ist die Person dahinter. Ohne die geht's nicht. Dann läuft's nicht. Gar nichts mehr. 

Ich muss mir mehr Zeit nehmen. Für mich. 
Das ist mein Vorsatz. 

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Pullover: H&M // Rock: H&M // Schuhe: Tamaris // Lippen: NYX Soft Matte Lip Cream - Copenhagen 

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4 Comments

  • Reply
    Ilias
    15. November 2016 at 12:54

    schöne bilder ;))))

  • Reply
    Sarah
    15. November 2016 at 13:04

    Hallöchen Jojo,
    das hab ich in letzter Zeit auch total.. es ist so ätzend, weil ich einfach merke wie ich mich selbst unter Druck setze. Ich denke mir, dass ich die Arbeit von Mo – Fr gut schaffe und dann am Fr sofort mit meinem Freund bis So verbringe, sodass ich dann „fit“ wieder am Mo die Woche zu arbeiten schaffe. Und nirgends nehme ich mir Zeit für die Dinge, die ich gern machen möchte. Es ist ein ewiger Kreislauf und wenn man dann nicht zwischendurch aus dem Kreislauf ausbricht, dann wird das ewig weitergehen und man denkt am Ende nicht mehr wirklich an sich. Genau dann brauch man entweder die eigene Kraft das zu stoppen und/oder Menschen, die sagen: Sarah, jetzt mach mal halblang! 🙂 Genau wie du es gerade indirekt tust und mich bestärkst in meinen Gedanken mir einfach mehr „ME TIME“ zu geben. Die Situationen in der Herbstsonne zu genießen. Das Allein sein. Das für sich selbst da zu sein, egal in welcher Form das ist.
    Danke für den Beitrag! 🙂

    Liebe Grüße
    Sarah

    • Reply
      Jojo
      15. November 2016 at 13:07

      Liebe Sarah, danke für deine Worte! „Schön“, dass ich da nicht allein bin mit meinen Gedanken.
      Und auch schön, wenn dir dieser Beitrag noch mal in Erinnerung ruft, wie wichtig das ist, Zeit für sich einzuplanen.
      Danke dir <3

  • Reply
    Time Out - AmandoBlogs.comAmandoBlogs.com
    20. November 2016 at 2:29

    […] bringen soll bzw. es Euch überhaupt interessiert. Aber nachdem ich vor ein paar Tagen einen ähnlichen Post gelesen hatte, habe ich mich dafür entschieden diesen persönlichen Text mit Euch zu […]

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