5 Schritte zu deinem „Inspirational Setting“ – Mehr Inspiration im Alltag + [Kostenloses Worksheet]

"Inspiration – der kreative Einfall, der eine geistige Tätigkeit fördert.“

So definiert Duden das Wort „Inspiration“. Eine ziemlich statische Definition für ein so schöpferisches Wort wie „Inspiration“, findest du nicht? Als käme ein kreativer Einfall einfach so vorbei, wenn man ihn ruft. Schwups.

Deshalb hab ich dir im letzten Beitrag schon verraten, warum Sommerregen für mich sowas wie die Metapher schlechthin ist, die für Inspiration steht. Und ich hab’ dir erzählt, was Inspiration für mich persönlich bedeutet.

Nämlich: Begeisterung. Neugier. Kitzel. Spannung. Entspannung. Und vor allem: Überraschung.

Soweit – so gut.

5 Schritte zu deinem

Ich weiß aber auch: Ich sitz’ halt nicht immer am Strand und schau mir einen malerischen Sonnenuntergang an, durch den ich mich dann total inspiriert fühle. Und ich hab’ auch nicht jede Nacht so wahnwitzige Träume, aus denen ich mit dem Kopf voll von inspirierender Ideen aufwache.

Das kommt mal vor.

Aber nicht täglich.

Schon gar nicht im grauen Alltag.

Deshalb möchte ich dir heute einen kleinen Leitfaden an die Hand geben, wie du im Alltag Inspiration finden kannst.

Ich habe das über lange Zeit bei mir selbst beobachtet und möchte diesen Erfahrungsschatz jetzt mit dir teilen. 

Doch ganz so analytisch, wie ich es hier beschreibe, ist es natürlich nicht. Nicht ganz.

Inspiration geschieht zufällig. Sie taucht auf. Passiert. Verschwindet. Hinterlässt Spuren.
Aber eines ist sie ganz sicher nicht: Planbar.

Man kann sie aber trotzdem herausfordern, sich mal blicken zu lassen. ;-)

Es geht um dich. Um deine Impulse.

Zuerst möchte ich, dass du einen Stift und ein Blatt Papier in die Hand nimmst.

Wirklich. Mach’ das mal. 😉

Wenn du gerade unterwegs bist, kannst du auch auf einfach dein Handy benutzen.

Alternativ kannst du dir jedoch auch mein kostenloses Worksheet herunterladen, auf dem du alle Fragen ganz bequem beantworten kannst.

Kostenloses Worksheet – Inspirational Setting in 5 Schritten

Lies dir meine Fragen in Ruhe durch und mache dir Stichpunkte dazu.

Warum?

Weil ich möchte, dass du zuerst einmal in dich gehst und in dich hinein horchst, bevor du dich von meinen „Ideen“ inspirieren lässt.

Das ist wichtig.

Jetzt sind deine Gedanken noch rein. Frei. Unbeeinflusst.

Daher wollen wir zunächst einmal herausfinden, was bereits in dir steckt. Was du bereits über deine persönlichen Inspirationsquellen weißt.

Nimm dir dafür mindestens 5 Minuten Zeit.

Lies die Fragen. Immer wieder. Lies sie leise. Oder laut. Durcheinander. Oder in der richtigen Reihenfolge. Ganz egal.

Dann schreibe auf, was aus dir kommt. Notiere einfach, was aus dir spricht.

So hab ich das auch gemacht.

Aber jetzt geht’s um dich. Deine Impulse. Deine Inspiration.

Jetzt.

 

5fragen5minuten

Ich bin sicher, du kannst locker eine DINA4 Seite füllen. Nimm dir die Zeit. Und schreib’, soviel du eben magst. 

Klick' auf Play, um den Timer zu starten! :-)

Dein Inspirational Setting 

Und?

Wie war die Erfahrung für dich?

Haben dich deine Erkenntnisse überrascht? Oder kennst du dich und deinen Kopf schon so gut, dass du die Antworten wusstest, ehe du die Fragen gelesen hast?

Es ist ja ganz einfach.

Ich habe dir 5 W-Fragen gestellt, die dir etwas über die Rahmenbedingungen verraten, unter welchen du INSPIRIERT wirst. Von was du inspiriert wirst. Von wem. Wo. Wann. Wie.  Und ganz bestimmt hast du dir gerade mit der Beantwortung der Fragen eine Art „Setting“ kreiert. Ein Setting, das dich inspiriert. Oder das dich in die Lage versetzt, inspiriert zu werden. Denn das sind wir nicht automatisch. Nicht immer. Nicht auf Knopfdruck. Aber vor allem dann, wenn wir genau das machen, was wir am meisten lieben. Wenn wir tun, was uns beseelt,  lebendig macht, erfüllt. Und immer dann, wenn wir uns genau in unserem "Inspirational Setting“ befinden.

Was du mit Hilfe meiner 5 Fragen eben spontan und grob formuliert hast, das wollen wir jetzt noch etwas ausbauen. Ich möchte dir erklären, warum ich die Beantwortung dieser Fragen für so wichtig halte und was dir das über dich verraten kann.

inspirationalsetting (1)

1. Wodurch fühlst du dich lebendig, aktiv und beseelt?

Inspiration ist der Motor kreativer Menschen.

Ganz egal, wie dieser Motor genau aussieht, wo er gebaut wurde, was ihn auslöst und antreibt – Inspiration hat genau ein Ziel: Einen kreativen Prozess in Gang zu setzen.

Und Kreativität ist Aktivität.

Man kann nicht passiv kreativ sein. Wer kreativ ist, tut bereits etwas. Auch wenn sich das nicht unbedingt als physische Handlung äußert.

Ich würde nur zu gerne lesen, was du zu dieser Frage auf deinen Zettel geschrieben hast, denn eigentlich ist sie unsere Kernfrage auf der Suche nach deinem "Inspirational Setting".

Lebendig sein, sich beseelt fühlen, sprich: Dem Leben und dem eigenen Sein und Tun einen Sinn zusprechen. Das ist doch sozusagen unser primäres Bestreben, oder? Geht es uns nicht allen so?

Ich hoffe, du hast auf deinen Zettel etwas geschrieben, einen Moment oder eine Tätigkeit, durch den/die du dich schon einmal so richtig lebendig gefühlt hast.

Vielleicht steht bei dir so etwas wie:

"Ich fühle mich richtig lebendig, wenn ich selbst etwas erschaffen habe. Mit beiden Händen. Wenn ich einen Tisch selbst gebaut, ein Bild gemalt oder wenn ich ein Auto repariert habe. Ich muss selbst etwas tun, ständig aktiv sein, immer in Bewegung." 

Oder aber du hast geschrieben:

"Beseelt fühle ich mich, wenn ich meine Spiritualität ausleben und spüren kann. In der Kirche/ beim Yoga/ in der Meditation – wenn ich ruhig bin, mit mir selbst im Einklang, – dann spüre ich erst, dass ich lebendig bin!"

Auf meinem Zettel steht wohl etwas wie:

"Lebendig sein – das bedeutet für mich, ein Licht zu sein. Ein Licht, das andere begeistert. Ich bin aktiv, wenn ich mein kreatives Potenzial benutze, um anderen Menschen zu helfen, sie zu stützen, zu beraten. Beseelt bin ich, indem ich lehre, Erfahrungen teile, Inhalte erschaffe und indem ich träume, singe und liebe." 

-

Es gibt unendlich viele Antwortmöglichkeiten. Es gibt so viele, wie es Menschen auf dieser Erde gibt. Jeder hat sein eigenes Bestreben. Jeder hat seine eigenen Impulse. Jeder folgt einem anderen Fixstern.

Um zu wissen, wie dein persönliches Inspirational Setting aufgebaut ist, solltest du zu allererst die Frage nach deinem innersten Streben klären. Denn wenn du weißt, was dich so richtig erfüllt, dann ist das gleichermaßen Ziel deines kreativen Handelns.
Verstehst du, was ich meine?
Nur wenn du weißt, was du liebst und was dich glücklich macht, kannst du den Motor der Inspiration überhaupt anschmeißen. Denn etwas zu erschaffen, für das du gar nicht brennst, .... wird niemals funktionieren.

Alles, was mit Zahlen und Tabellen zu tun hat, gehört nicht zu meinem Inspirational Setting. Daher kann ich dadurch auch nicht ansatzweise inspiriert werden. Logisch, oder?

2. Was oder wer versetzt dich in Begeisterung?

Genauso wichtig wie seine Vorlieben und Präferenzen zu kennen, ist es, sich Fixsterne und Vorbilder zu suchen.

Gibt es Menschen in deinem näheren oder weiteren Umfeld, die dich durch ihr Handeln oder ihre Worte begeistern?

Menschen, die dich völlig in ihren Bann ziehen, weil sie besondere Fähigkeiten haben? Oder weil sie in ihrem Leben schon etwas Großes geleistet haben, von dem du noch träumst?

Gibt es vielleicht ein Gebäude, das dich architektonisch besonders fasziniert? Oder ein Buch, das du verschlungen hast, weil es so genial geschrieben ist? Ein Gemälde, das dich beeindruckt, weil die Farben so harmonisch wirken? Vielleicht ein bestimmtes Gericht – ein kulinarisches Meisterwerk –, das dich einfach umhaut, weil es so wahnsinnig gut schmeckt? So sehr, dass du den Koch am liebsten umarmen würdest und ihm sagen möchtest, dass es das beste Essen deines Lebens ist?

Was oder wer versetzt dich in Begeisterung?

Ein guter Sänger? Ein Redner? Ein Lehrer?
Unser Sonnensystem? Ein Naturereignis? Physikalische Gesetze?
Das Werk eines Regisseurs? Eine Balletaufführung? Modedesign?

Es ist nicht wichtig, dass dein Fixstern eine Tätigkeit umschreibt, die du besonders gut kannst oder die du gerne erlernen willst. Fixsterne und Vorbilder können alle/s mögliche/n sein. Es geht hierbei darum, zu konkretisieren, WAS dich daran fasziniert und das WARUM zu finden.

Mich begeistert die Welt von Harry Potter, weil ich bewundere, wie detailreich und einzigartig sie kreiert wurde. Mich begeistert das Zusammenspiel der unzählig vielen Ideen, die ein unglaubliches Konstrukt ergeben. 

Ich bin aber auch unglaublich beeindruckt von Menschen, die sehr analytisch denken und komplexere Zusammenhänge auf einen Blick erkennen. Menschen, die mit Zahlen jonglieren, Gleichungen lösen und sich komplizierte Vorgänge merken können. Das begeistert mich, weil ich es selbst nicht kann.

Warum ist es wichtig, Vorbilder zu haben? Was hat das mit meinem Inspirational Setting zu tun?

Es ist wichtig, darüber nachzudenken, was oder wer einen begeistert. Faszination ist für die meisten die Inspirationsquelle schlechthin. Warum? Weil begeisternde Inhalte, Menschen, Werke uns zum Nachdenken anregen und weil sie uns unglaublich motivieren. 

Motivation ist das Schlüsselwort!
Begeisterung für eine Person oder eine Sache inspiriert uns, weil wir durch sie motiviert werden, etwas zu tun. Anzufangen. Die Perspektive zu wechseln. Zu lernen. Erfahrungen zu machen.

Wer oder was begeistert dich? Finde es heraus!

3. Wann – zu welcher Tages- oder Nachtzeit – arbeitest du am liebsten?

Etwas, das ich schon seit langem kritisiere, sind die klassischen 9 to 5 Jobs in Branchen, die auf kreativen Prozessen aufbauen.

Der Motor der Inspiration arbeitet nicht in Bürozeiten. Erlässt sich auch nur ganz selten auf Knopfdruck zünden. Manchmal ist er eher wie der Motor eines alten Mofas, das nur mit Kick-Start und unzähligen, schweißtreibenden Tritten anläuft.
Ein anderes Mal ist er wie ein Blitz, mit dem man nicht gerechnet hat. Plötzlich da – und genauso schnell, wie er gekommen ist, auch wieder verschwunden.

Fakt ist: Da steckt man nicht so ganz drin.

Ziel unseres "Inspirational Settings" ist es jedoch, die Wahrscheinlichkeit des Inspiriert-Werdens-im-Alltag zu erhöhen.

Wenn du die Zeiten kennst, zu denen du am allerliebsten arbeitest, weil du dann aus bestimmten Gründen produktiv und energiegeladen bist, dann sind das genau die Zeiten, die den zeitlichen Rahmen des Settings bilden.

Ich bin früh morgens und am späten Nachmittag am produktivsten. Um die Mittagszeit herrscht in meinem Kopf gähnende Leere und ich kann nur ans Essen oder an meinen vollen Bauch danach denken ;-). Dann erledige ich am besten administrative oder organisatorische Aufgaben, für die ich meine Kreativität nicht zwingend brauche.

Wie es es bei dir? Zu welcher Tages- oder Nachtzeit arbeitest du am liebsten?

4. Wie kannst du dich entspannen?

In meinem Beitrag über meinem Besuch im Massage-Studio  hab' ich erzählt, warum ich mich nicht entspannen kann, wenn ich verspannt bin. Körper und Geist sind ein so komplexes Konstrukt, total miteinander verwurschtelt und verwachsen. Stress ist definitiv ein Faktor, der nicht zu unserem Inspirational Setting gehört. Im Gegenteil!

Stress, negativen Druck und schlechte Stimmung verbannen wir ganz gezielt.

Entspannung ist das A&O. Sozusagen das Öl für den Motor der Inspiration. Es läuft nur "wie geschmiert", wenn der Ölstand (=der Entspannungsfaktor) hoch ist. Bei niedrigem Ölstand reagiert der Motor gereizt und springt im schlimmsten Fall gar nicht mehr an.

Bitte verwechselt jedoch Stress nicht mit positivem Druck. Letzterer ist nämlich absolut willkommen und erlaubt! Eine Deadline haben? Ein Ziel vor Augen? Das brauchen wir Kreativköpfe unbedingt!
Einen Chef, der uns das Leben schwer macht? Einen überfüllten Terminkalender? Negative Vibes im Team?
Das alles sind Stressfaktoren, die mit gutem und angenehmen Druck nichts zu tun haben.

Wie kannst du dich entspannen? Wie sieht eine entspannte Arbeitsatmosphäre für dich aus?

Wenn ich im Großraumbüro sitze, gibt es Phasen, in denen ich das Tastengeklimper oder die Gespräche anderer nicht ertragen kann. Bei mir hilft da nur eins: Kopfhörer rein und entspannende Musik auf die Ohren!

Zuhause helfen mir andere Entspannungsübungen: Ein kurzer Spaziergang, eine Tasse Tee, ein Power-Nap, ein paar Yoga-Übungen, ....

Keine Zeit dafür? Nimm sie dir.

Wer dauerhaft verspannt ist, kann sich nicht entspannen. Folglich: Nicht inspiriert werden.

Finde heraus, was dich entspannt. <3

5. Wo hältst du dich im Alltag am liebsten auf?

Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr ich von meiner Umgebung beeinflusst werde.

In unserer alten Wohnung stand unser Schreibtisch im Wohnzimmer. Und damit wurde das Wohnzimmer für mich zum schrecklichsten Ort dieser Welt.
Okay, das ist vielleicht etwas übertrieben.

Aber nach einem guten Jahr habe ich bemerkt, wie sehr mich diese räumliche Begebenheit in meiner Arbeitsweise – in meinem kreativen Prozess – beeinflusst hat. Negativ!
Meine Ideen kamen nicht am Schreitbisch (wo ich sie das ein oder andere mal hätte gebrauchen können), folglich auch nicht mehr im Wohnzimmer. Nicht mehr auf der Couch. Nicht im Zentrum unserer Wohnung.
Sie kamen stattdessen meistens in der Räumlichkeit, mit der ich "Entspannung" in Verbindung setzte:  Meinem Schlafzimmer.

Deshalb ging ich nicht selten mit dem Laptop ins Bett... (wohl auch nicht die Ideallösung).

Aus dieser Erfahrung heraus kann ich dir folgenden Tipp mit auf den Weg geben:
Deine räumliche Umgebung ist maßgeblich entscheidend für dein ideales Inspirational Setting. 

Ein aufgeräumter und abgetrennter Arbeitsplatz gehört daher jetzt ganz fest zu meinen Zukunftsplänen.

Wenn du jedoch das Gefühl hast, dass dein liebster Aufenthaltsort die Bank im Stadtpark ist: Geh' dorthin! Einmal in der Woche, vielleicht sogar einmal am Tag!
Das schöne am kreativ sein ist ja: Wir haben unser wichtigstes Werkzeug immer dabei. Der Kopf ist zum Glück angewachsen ;-).

Also: Wo hältst du dich im Alltag am liebsten auf?
Suche diesen Ort auf, mache ihn zum festen Bestandteil deines "Inspirational Settings".

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Nutze die Macht deines "Inspirational Settings"

Natürlich: So analytisch und systematisch wie ich es hier beschreibe, ist es nicht. Aber sich ein Inspirational Setting aufzubauen, erhöht die Wahrscheinlichkeit, Inspirationen im Alltag zu finden um ein Vielfaches! Probier' es aus. Beschäftige dich mit den Fragen, deinen Vorliegen. Geh' in dich und fang endlich an, das zu tun, wofür du brennst.
<3

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