Monthly Moments: Juni

Die Nordsee hab' ich begrüßt wie eine alte Freundin. "Lange nicht gesehen", hat sie gesagt. Stimmt, hab ich gedacht.

Juni

Ich weiß, dass ich jede Monatsrückschau mit den gleichen Worte beginne: "Wo ist die Zeit geblieben?" Der Sommer hat kaum angefangen, da ist er auch schon wieder vorbei. Gefühlt zumindest. Kaum zu glauben, dass bei uns in Rheinland-Pfalz die Sommerferien schon in vollem Gange sind. Und wir? Wir hängen immer noch im gleichen Trott. 

Grundsätzlich war dieser Monat sehr ereignisreich. Schließlich war ich nicht nur für 5 Tage in London und habe mir dort mit einer Freundin einen Kindheitstraum in den Harry Potter Studios erfüllt, sondern war auch für weitere 5 Tage endlich nochmal am Meer. Die Nordsee hab ich begrüßt wie eine alte Freundin. "Lang nicht gesehen", hat sie gesagt. Tatsächlich war ich ziemlich genau vor einem Jahr das letzte Mal dort. Meiner Meinung nach ist das viel zu lang her! Denn ich liebe das Meer. Und die Nordsee hat es mir irgendwie besonders angetan:  Dünen, eine Brise Wind, nervtötende Möwen – was gibt's Schöneres? 

Am Strand in Holland, Monthly Moments, Monatshighlights im Juni

Mathilda in London & Tanz der Vampire in Stuttgart

Ihr wisst: Ich liebe Musicals. Tanz der Vampire ist da natürlich der absolute Klassiker. Ich wage zu behaupten, dass es kaum jemanden gibt, der dieses Musical nicht kennt oder nicht zumindest die typischen Lieder mitsingen oder mitsummen kann. Knoblauch, Knoblauch...Und: Was soll ich sagen? Auch dieses Mal hat mich Tanz der Vampire wieder begeistert und ich habe es garantiert nicht zum letzten Mal gesehen. Da bleibt mir nur zu hoffen, dass es nie ausgetanzt hat. Aber solange der Erfolg bleibt, warum aufhören?

Eines muss ich allerdings zugeben: Meine unangefochtene Musical-Nummer-Eins wird Mathilda bleiben. Immer. In London durfte ich es zum zweiten Mal sehen. Am Broadway in New York kam die Entscheidung für "Mathilda" eher zufällig zustande. Dort entschied ich mich einfach dafür, weil ich gute Karten zu einem recht humanen Preis bekommen konnte. In London haben wir uns ganz bewusst für Mathilda entschieden. Wieder. Und dieses Mal mussten es auch Karten in der ersten Reihe sein.

Wer die Mathilda-Story von Ronald Dahl kennt, weiß: Zauberhaft ist die Geschichte sowieso. Ein kleines Mädchen, gefangen in einem Leben, das nicht wirklich zu ihr passt. In dem sie in ihren jungen Jahren mehr Ablehnung von ihren Eltern erfährt, als man es überhaupt für möglich hält. Gefangen in der sorglosen Obhut ihrer betrügerischen Eltern, aber auch gefangen in ihrer einzigartigen Intelligenz. Denn Mathilda ist ein Wunderkind. Schon vor der Schule kann sie lesen, rechnen und verschiedene Sprachen sprechen. Die Schule ist für Mathilda das größte Glück – allerdings hat sie die Rechnung ohne Fräulein Knüppelkuh gemacht - die hundsgemeine Schuldirektorin. Nur eine erkennt Mathildas Talent: Fräulein Honig. Und gemeinsam schaffen sie es, die grauenvollen Taten von Fräulein Knüppelkuh aufzudecken.

Als Kind habe ich diese Geschichte geliebt. Und naja .. irgendwie scheint sich das bis heute gehalten zu haben. Was mich aber am Musical immer wieder begeistert, ist die unglaubliche Spielfreude, mit der die Kinder und auch die Erwachsenen auf der Bühne stehen. Ich habe noch nie ein professionelles Musical gesehen, bei dem es mir so vorkam, als wären die zwischenmenschlichen Beziehungen der Darsteller so tief, dass man ihnen alles abnimmt. Bei großen Musicalproduktionen hat man ja ganz oft das Gefühl, dass die Darsteller ein Programm abspulen. Ich vermute, dass diese Echtheit an der intensiven Arbeit mit wirklich jungen Kindern liegt, die unfassbar gut sind. So gut, dass man es nicht glauben kann. So gut, dass man mit offenem Mund in seinem Stuhl versinkt und nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.
Wer das Musical noch nicht kennt, dem empfehle ich, sich mal ein paar Videos auf YouTube anzuschauen. Wer die Gelegenheit bekommt, das Musical Live zu sehen (z.B: in London oder am Broadway), der sollte das unbedingt tun. Es gibt kein liebevolleres und schöneres Musical. Das Medley gibt eigentlich einen ganz guten Einblick in das Stück. 

 

 

Musikalisch begleitet...

 

...hat mich diesen Monat - oh Wunder - auch ein Musical. Ein Hip-Hop-Musical. Ich habe die Songs aus "Alexander Hamilton" rauf und runter gehört. Während ich privat eher selten aktiv Musicalsongs höre, da sie irgendwann einfach nervig werden und aus dem Kontext gerissen auch nicht immer Sinn ergeben, konnte ich mich an dem amerikanischen Musical "Alexander Hamilton" nicht satt hören. Die Geschichte – die übrigens auf Deutsch absolut gar nicht funktionieren würde – ist so echt und bewegend. Die Songs und Lyrics sind absolut großartig und auf Dauer "hörbar". Ich will nicht zu viel verraten. Aber hört euch mal rein. Macht euch eine Kanne Tee. Vielleicht auch eine Flasche Wein auf. Lest euch dabei die Storyline durch. Hört die Songs. Lasst euch begeistern. ♥

Am Strand in Holland, Monthly Moments, Monatshighlights im Juni - Alexander Hamilton Wait for it

Love doesn't discriminate
Between the sinners
And the saints
It takes and it takes and it takes
And we keep loving anyway
We laugh and we cry
And we break
And we make our mistakes
And if there's a reason I'm by her side
When so many have tried
Then I'm willing to wait for it
I'm willing to wait for it

Am Strand in Holland, Monthly Moments, Monatshighlights im Juni

Sand. Strand. Holland. Ruhe.

Über das lange Wochenende ging es für uns nach Holland, genauer gesagt nach Sint Maartensvlotbrug. Letztes Jahr besuchten wir dort ganz in der Nähe Julianadorp, wo wir in den schönsten Strandhäusern wohnten, die man sich nur vorstellen kann.  So war es schön, nochmal zurückzukommen und dort ein paar ruhige und sonnige Tage zu genießen. Natürlich haben wir auch die Gegend erkundet: Eine Stadt mit Amsterdam-Flair ganz in der Nähe heißt Alkmaar.  Aber auch im näher gelegenen Schagen kommt man in Sachen Kultur und Shopping auf seine Kosten. Besonders viel Energie getankt habe ich bei unseren abendlichen Strandbesuchen. Ich habe nochmal Zeit gefunden, zu lesen. Wir haben gekocht, Cafés aufgesucht, ausgedehnt gefrühstückt und einfach mal die Seele baumeln lassen. 

 Persönliche Blogposts 

Am Strand in Holland sind auch die Bilder für mein erstes Hörbuch "Die Sanduhr" entstanden. Auch, wenn ich weiß, dass viele zwar gerne Bilder schauen, lyrische und tiefgründige Texte aber eher überfliegen, als wirklich nachvollziehen, habe ich für  mich entschieden: Das sind Blogposts, die ich wirklich gerne mache, die mir am Herzen liegen, die mir Spaß machen. Und genau deshalb gehören sie auf diesen, auf meinen Blog. Sie sind das, was mich ausmacht, was meine Gedanken widerspiegelt. Genau aus diesem Grund ist auch mein Beitrag "Die schlimmste Falle ist die Routine"  entstanden. Ganz schön erschrecken, wie das Leben manchmal spielt. Während des Anschlags auf die London Bridge befanden wir uns gerade mal ein paar Straßen weiter. Das geht einem ganz schön nah. Lässt einen aufhorchen, nachdenklich werden. Dabei ist mir aufgefallen: Wir sind ganz schön gut darin geworden.

 

"Wir sind routiniert. Wissen, welche Knöpfe wir drücken müssen, um wieder in den Alltag zu finden. Wissen auch, wie wir zwar betroffen über das Thema philosophieren, unser Mitgefühl bekunden können, aber ohne dabei selbst emotional draufzugehen. Routine ist die schlimmste Falle. Und bei all den Anschlägen und Ereignissen der letzten Zeit, hab‘ ich vergessen, mitzuzählen."

Am Strand in Holland, Monthly Moments, Monatshighlights im Juni

Mehr auf den eigenen Körper achten.
Auf ihn aufpassen. Ihn wertschätzen - Mit guter Ernährung. 

In den sozialen Medien ist es ja mittlerweile ein verbreiteter Trend: #bodylove und #bodypositivity erobern die digitale Welt. Ganz abgesehen davon, ob ich meinen Körper so mag, wie er ist oder eben nicht, hat das ganze für mich einen anderen Gedanken hervorgebracht: Seinen Körper zu lieben bedeutet doch gleichermaßen ihn gut zu behandeln. Auf sich und seine Gesundheit zu achten. Ganz fern davon, ob ich nun 5 Kilo zu viel oder zu wenig auf die Waage bringe. Ich habe im vergangenen Monat sehr viel über Ernährung nachgedacht. Nicht analysiert, ob ich nun zu viel oder zu wenig esse. Ich habe darüber nachgedacht, welche Lebensmittel mir gut tun und welche mir eher schaden. Habe versucht herauszufinden, wie mein Körper auf meine bisherige Ernährungsweise reagiert hat. Ich habe mich informiert, viel gelesen, recherchiert. Ich habe wohl schon mal erwähnt, dass ich eine Schilddrüsenunterfunktion habe (wie so viele andere auch) und den sogenannten "Hashimoto" mit mir herumschleppe. Das wirkt sich natürlich ohnehin schon verlangsamend auf meinen Stoffwechsel auf. Bisher habe ich meine Ernährungsweise (die ich als gut bürgerlich, deutsch, normal bezeichnet hätte) nie in den Zusammenhang mit dieser Krankheit gebracht. Doch im vergangenen Monat habe ich angefangen, mich umzustellen. Habe meinen Fleischkonsum mindestens zu 2/3 reduziert. Habe - so gut es eben ging - Milchprodukte und Eier aus meiner Ernährung gestrichen. Das fällt mir manchmal schwer. Und eine letztgültige Konsequenz ist auch gar nicht unbedingt mein Hauptziel. Ich habe auch vermehrt darauf geachtet, weniger Gluten aufzunehmen, da sich das nicht gut mit den Schildrüsenhormonen verträgt.  Schrittweise. Langsam. Ich weiß auch, dass ich niemand bin, der in der einen oder anderen Extreme leben kann. Ich liebe Essen! Aber ich möchte daran arbeiten, meinem Körper nicht mehr zwanghaft Lebensmittel zuzuführen, die er eigentlich ablehnt, was er mir auch mitteilt. Ich habe es bisher nur nie wahrgenommen. Es ignoriert. Nicht ernst genommen. 

Aber: ich fühle mich besser. Fitter. Weniger aufgebläht. Nicht mehr so träge. Deshalb weiß ich, dass es der richtige Weg ist. 

Wenn euch interessiert, wie es damit weiter geht oder wenn euch meine grundsätzlichen Erfahrungen mit der Autoimmunerkrankung interessieren würden, dann lasst mich das gerne wissen. Vielleicht sind das Themen, die hier auch ihren Platz finden können. ♥

P.S.: Ich hätte euch gerne mitgeteilt, dass unsere Wohnungssuche endlich ein Ende hat. Dass wir eine Lösung haben. Aber gerade ist alles chaotisch, wir stehen irgendwie mittendrin, dazwischen und haben noch keinen endgültigen Plan. 

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2 Comments

  • Reply
    Chrissy
    2. Juli 2017 at 7:26

    Wieder ein sehr schöner Blogeintrag:) Und Hamilton! Ah! Ich höre es seit a anderthalb Jahren und im Januar habe ich dafür Tickets in London. 🙂 kann es kaum erwarten

    • Reply
      Jojo
      2. Juli 2017 at 13:34

      Das ist nicht dein ernst? Ach du kacke! Bin sau neidisch! Kannst du mich da nicht irgendwie mit reinsneaken? 😀

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