10 Fragen und Antworten zur Natürlichen Familienplanung (NFP)

von Sarah Weib-Höfer

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Natürlich verhüten? Aber sicher! So lautet der Leitspruch von Anne Schmuck. Anne ist ausgebildete Beraterin für NFP nach Sensiplan. ,,NFP? Was soll das bloß heißen?“, fragst du dich jetzt vielleicht. Und ich kann dich beruhigen: Genau diese Frage habe ich mir bis vor einigen Monaten auch noch gestellt. Seitdem habe ich unheimlich viel recherchiert und mich mit NFP – Der Methode der natürlichen Familienplanung beschäftigt. So bin ich auf Annes Instagram-Kanal gestoßen (@undtschuesshormone). Weil alles, was sie zu erzählen hat, so unfassbar spannend ist, habe ich ihr 10 Fragen gestellt. 

Nfp-Natürliche Familienplanung

Natürliche Verhütung – was ist das überhaupt?

Hormonfreie Verhütung liegt gerade groß im Trend. Immer mehr Frauen interessieren sich für NFP als natürliche Alternative zu Pille & Co. Mit diesem zunehmenden Interesse wächst aber gleichzeitig auch die Unsicherheit: Welche Methoden gibt es, wie funktionieren sie und wie sicher sind sie überhaupt?

Streng genommen ist mit NFP erstmal keine konkrete Methode gemeint. Die Abkürzung bedeutet „Natürliche Familienplanung“ und ist ein Sammelbegriff für alle Methoden, die ohne Hormone, ohne mechanische oder chemische Barrieren und ohne Eingriffe in den Körper der Frau auskommen. Gemeinsam haben diese Methoden, dass der natürliche Zyklus dabei nicht beeinflusst wird, deshalb eignen sie sich gut für Frauen, die keine Hormone einnehmen wollen, sie sind sehr gut verträglich und frei von Nebenwirkungen.

Jede dieser Methoden funktioniert nach eigenen Regeln. Deswegen unterscheiden sie sich auch deutlich in ihrer Sicherheit: Neben sehr unsicheren Varianten wie zum Beispiel der Kalendermethode gibt es auch moderne und hochsichere natürliche Methoden. Die sicherste unter ihnen ist die symptothermale Methode NFP nach Sensiplan, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und nachweislich genauso sicher funktioniert wie die Pille – nur eben ohne Hormone und ohne Nebenwirkungen.

Es gibt auch moderne und hochsichere natürliche Methoden.”

NFP nach Sensiplan – Wie funktioniert das genau?

NFP nach Sensiplan ist eine sogenannte Zeitwahlmethode. Durch Körperbeobachtung und die Anwendung eines festen Regelwerks werden fruchtbare und unfruchtbare Tage im Zyklus bestimmt, sodass du deinen Körper so gut kennenlernst, dass du jederzeit weißt, ob du gerade schwanger werden kannst oder nicht. An den so bestimmten fruchtbaren Tagen, an denen es also zu einer Schwangerschaft kommen könnte, kannst du auf Sex verzichten oder zum Beispiel mit Kondom oder Diaphragma verhüten. An den übrigen, also den unfruchtbaren Tagen, ist keine Verhütung nötig.

Dahinter steckt ganz nüchterne Biologie: Wir sind nur an rund sechs Tagen im Zyklus überhaupt fruchtbar, nämlich am Tag des Eisprungs selbst und maximal fünf Tage vorher, weil Spermien im weiblichen Körper eine gewisse Zeit überleben und auf die Eizelle warten können. In dieser fruchtbaren Zeit verändern sich einige Körpersymptome sehr deutlich, vor allem Körpertemperatur, Zervixschleim und Gebärmutterhals.

NFP ist also letztlich angewendete Biologie: Unser Körper zeigt uns genau, ob wir fruchtbar sind oder nicht. Wenn du gelernt hast, diese Signale zu beobachten und anhand fester Regeln auszuwerten, kannst du deinen Eisprung und die individuell fruchtbaren Tage genau eingrenzen. Mit diesem Wissen kannst du entweder sicher und zuverlässig verhüten, oder aber gezielt eine Schwangerschaft planen.

Gehört NFP zu den hochsicheren Methoden?

Oh ja! Unabhängige Studien an den Universitäten Düsseldorf und Heidelberg belegen die hohe Sicherheit von NFP nach Sensiplan. Mit einem Pearl Index von 0,4 gehört die Methode zu den so genannten hochsicheren Methoden und liegt damit im Bereich der hormonellen Verhütung wie Pille, Ring, Hormonspirale & Co und den Kupfer IUPs (Spirale, Gynefix und Kupferperlenball).

Betrachtet man die reine Gebrauchssicherheit, also den Wert, den die Methode im Alltag unter Berücksichtigung von Anwenderfehlern erreicht, schneidet NFP mit einem Pearl Index von 1,8 ebenfalls sehr gut ab.

Wesentliche Voraussetzung für die sichere Anwendung sind vor allem zwei Dinge: Du musst Lust dazu haben, dich mit deinem Körper und deinem Zyklus zu beschäftigen und bereit sein, dich auf die möglichen Veränderungen einzulassen, die natürliche Verhütung mit sich bringt – dazu später mehr. Und du musst dich sorgfältig in die Methode einarbeiten und das Regelwerk lernen. „Ungefähr so nach Gefühl“ den Eisprung zu bestimmen, ist keine gute Idee und hat mit sicherer Verhütung nichts zu tun! Die Regeln sind das Herzstück der Methode, und nur, wenn du sie wirklich beherrschst, ist NFP sicher.

Die Regeln sind das Herzstück der Methode. Nur, wenn man sie befolgt, ist NFP wirklich sicher.”

Für welche Frauen ist NFP geeignet?

Ich persönlich finde: NFP eignet sich für alle Frauen, die Lust haben, ihren Körper besser kennen zu lernen. Es gibt keine besonderen Voraussetzungen, du musst zum Beispiel keinen geregelten Tagesablauf haben und auch nicht immer zur gleichen Zeit messen. Als NFP-Beraterin mache ich immer wieder die Erfahrung, dass so gut wie jede Frau mit der passenden Unterstützung NFP lernen und sicher anwenden kann. Auch wenn du im Schichtdienst arbeitest, unregelmäßige Zyklen hast oder unruhige (Baby-)Nächte. Oft hilft es am Anfang sehr, sich von einer NFP-Beraterin bei der Auswertung helfen zu lassen. Mit etwas Hilfe lernen die meisten Frauen sehr schnell, auch mit unruhigen Zykluskurven oder gestörten Temperaturwerten sicher umzugehen.

Also: Jede Frau kann NFP anwenden, aber das bedeutet noch lange nicht, dass sie das auch muss! Verhütung ist individuell. Das allerwichtigste ist, dass du dich mit deiner Methode wohl fühlst und sie zu dir passt. Um herauszufinden, welche Methode die richtige für dich ist, helfen Frauenärzte oder andere Beratungsstellen wie zum Beispiel pro familia weiter. Es gibt außerdem ein sehr informatives, übersichtliches Buch von der Gynäkologin Dr. Dorothee Struck, in dem die verschiedenen hormonfreien Methoden vorgestellt und ihre Vor- und Nachteile erklärt werden: Natürlich verhüten*.

Hast du Tipps zum Start mit NFP? Wie fängt man an?

Für den Beginn brauchst du gar nicht viel: Ein passendes Thermometer, das auf zwei Stellen nach dem Komma misst, ein Zyklusblatt, um deine Beobachtungen einzutragen (oder alternativ eine gute (!!) App), und ein gutes Verständnis für das Regelwerk. Das Thermometer gibt’s in der Apotheke oder im Internet, das Zyklusblatt zum Download hier*.

Um die Methode zu lernen, gibt es zwei Möglichkeiten. Du kannst dir das Praxisbuch „Natürlich und sicher”* kaufen und die Methode im Selbststudium lernen. In diesem Buch werden alle Grundlagen zur Methode und das gesamte Regelwerk erklärt. Zum Buch gibt es außerdem das passende Arbeitsheft* mit vielen Beispielzyklen samt Lösungen.

Wenn du dich alleine unsicher fühlst oder einfach Lust hast, noch mehr Infos rund um den weiblichen Zyklus, Hintergründe zur Methode und Praxistipps zu bekommen, kannst du NFP auch in einem Einführungskurs lernen. Deutschlandweit (und zunehmend auch in anderen europäischen Ländern) bieten zertifizierte NFP-Beraterinnen solche Kurse an. Du lernst dort alles, was du zur sicheren Anwendung der Methode brauchst: Alle Regeln, die biologischen Grundlagen, die konkrete Anwendung und Technik der Körperbeobachtung, die Bestimmung des Eisprungs und vor allem natürlich die Auswertung deiner eigenen Zykluskurven. Infos zu meinen Kursen und Beratungen im Rhein-Main-Gebiet gibt’s auf meiner Homepage, Beraterinnen in anderen Städten findest du hier.

Warum ist eine gute NFP-Beratung so wichtig/hilfreich?

Für viele Frauen verändert sich nach dem Absetzen der Pille sehr viel. Sie lernen ihren Körper oft ganz neu kennen, manche haben Angst davor, dass Haut oder Haare verrücktspielen könnten, und sie sind unsicher darüber, wie sie in Zukunft verhüten wollen. Jede einzelne Frau hat ihre eigene Geschichte, deshalb ist meine erste Aufgabe als NFP-Beraterin: Ich gebe Sicherheit.

Ich berate Frauen darüber, ob NFP die passende Methode ist, erzähle von meinen eigenen Erfahrungen und denen anderer Frauen, und ich biete eine erste Orientierung bei allen eventuell auftretenden Problemen rund um das Absetzen der Pille.

Daneben ist meine wichtigste Aufgabe natürlich, Frauen und Paare darin zu unterstützen, NFP sicher anzuwenden. Weil jede Frau anders ist, richtet sich auch meine Beratung immer nach den Bedürfnissen der einzelnen Frau. Manche lernen die Methode lieber im Selbststudium, möchten sich aber gern vergewissern, dass sie alle Regeln richtig verstanden haben und kommen einfach zu einem einzelnen Beratungstermin, bei dem wir gemeinsam die Zyklen durchgehen und ich professionelles Feedback zur Auswertung gebe. Andere fühlen sich sicherer, die Methode unter Anleitung zu lernen und besuchen deshalb einen speziell konzipierten Einführungskurs. Die Regeln sind mit ein bisschen Übung sehr einfach anzuwenden, aber trotzdem hilft es gerade am Anfang sehr, eine Ansprechpartnerin zu haben, die bei allen Fragen, Unsicherheiten und Bedenken zur Seite steht. Am liebsten mache ich das nach wie vor persönlich, aber Frauen, die weiter weg wohnen, berate ich inzwischen auch online und telefonisch.

In der Praxis zeigt sich nämlich immer wieder: Frauen, die die Methode mit Hilfe einer qualifizierten Beraterin gelernt haben, fühlen sich sicherer und kompetenter in der Anwendung und sind dadurch auch langfristig zufriedener und glücklicher mit der Wahl ihrer Methode. Deswegen ist eine Beratung für jede Frau sinnvoll, die sich noch unsicher fühlt und gerne Unterstützung haben möchte.

Reichen nicht Apps für eine natürliche Verhütung?

Es gibt doch auch Zyklusapps und Computer…

Stimmt. Apps, Devices und Zykluscomputer können im Alltag eine praktische Unterstützung sein. Sie ersetzen aber nicht ein gutes Verständnis für die Methode und die Regeln!

Das ist im Grunde wie Autofahren ohne Führerschein: Selbst bei einem Automatikwagen ist das nicht wirklich sicher. Jede App ist erstens nur so gut wie der Algorithmus, nach dem sie programmiert wurde. Und zweitens ist sie auch nur dann verlässlich, wenn die Anwenderin gelernt hat, wie die Körpersymptome beobachtet werden müssen. Deswegen empfehle ich grundsätzlich, die Methode selbst zu lernen, und Apps oder Computer nur zur Unterstützung zu nutzen. Ganz davon abgesehen finde ich die meisten Produkte auch einfach viel zu teuer, denn schließlich kann jede Frau eben sicherer und günstiger selbst auswerten.

Was passiert nach dem Absetzen der Pille? Welche Veränderungen können auftreten?

Das ist total unterschiedlich. Nicht alle Frauen bemerken überhaupt Veränderungen. Gerade wenn Frauen aber während der Pille unter Nebenwirkungen litten, fühlen sie sich oft nach dem Absetzen richtig befreit und achten plötzlich einfach sehr viel stärker auf ihren Körper. Manche Frauen berichten davon, dass sich ihr Geruchs- oder Geschmackssinn verändert, oft verschwinden Wassereinlagerungen, manchmal sogar Lebensmittelunverträglichkeiten, da die Pille unter anderem einen großen Einfluss auf unseren Darm hat. Auch Probleme mit der Schilddrüse können sich durch das Absetzen der Pille verbessern. Viele Frauen fühlen sich psychisch ausgeglichener, haben wieder mehr Libido und Lebensfreude und sind einfach besser gelaunt.

Aber auch auf der Beziehungsebene können sich Veränderungen ergeben. Indem die eigene Fruchtbarkeit plötzlich eine konkrete Rolle im Beziehungsalltag spielt, fangen viele Paare an, (wieder) mehr über sich und ihre Sexualität zu sprechen. Dadurch entsteht mehr Offenheit miteinander, mehr Kommunikation und Austausch. Das wirkt sich natürlich auch auf die Beziehung insgesamt aus.

Ich denke, im Grunde ist es ganz einfach: Je wohler ich mich in meinem Körper fühle, desto ausgeglichener und glücklicher bin ich. Insofern ist NFP ein toller Weg, seinen Körper wirklich gut kennenzulernen und ein sehr sicheres, positives Körpergefühl zu entwickeln.

Wie lange dauert es bis sich mein Zyklus wieder eingependelt hat?

Die Frage aller Fragen! Leider lässt sich nicht vorhersagen, wie lange dein Körper braucht, um nach dem Absetzen der Pille sein natürliches Gleichgewicht wiederzufinden. Die Hormone der Pille werden in den Zellwänden gespeichert, daher kann es nach dem Absetzen etwas dauern, bis sie vollständig abgebaut sind. Im Durchschnitt stellt sich aber bei ungefähr der Hälfte aller Frauen der Zyklus sofort wieder ein. Bei der anderen Hälfte dauert es etwas länger – bis zu einem Jahr ist möglich.

Aus meiner subjektiven Erfahrung heraus habe ich den Eindruck, dass Frauen, die vor der Pille bereits einen regelmäßigen, gut eingependelten Zyklus hatten, nach dem Absetzen meistens weniger Probleme haben als Frauen, die sehr jung und ohne regelmäßigen Zyklus mit der Pille angefangen bzw. die Pille zur „Zyklusregulierung“ bekommen haben.

Aber auch in diesen Fällen gilt: Je weniger Sorgen und Stress du dir und deinem Körper machst, desto besser und unkomplizierter wird die erste Zeit nach der Pille sein. Ich glaube wirklich, die beste Vorbereitung ist es, gelassen zu bleiben und sich auf die positiven Veränderungen zu freuen!

In der Regel lassen sich für alle möglichen Schwierigkeiten Lösungen finden. Es gibt sehr gute naturheilkundliche Mittel, die den Zyklus sanft unterstützen können, und gegen unreine Haut oder fettige Haare haben Heilpraktiker oder Hautärzte oft sehr gute Tipps.

Wie kann ich meinen Körper nach dem Absetzen der Pille unterstützen?

Unser Hormonstoffwechsel ist ein ziemlich komplexes System, an dem verschiedene Organe beteiligt sind. Die Pille wirkt auf den gesamten Organismus und blockiert gleichzeitig die Abläufe im natürlichen Zyklus. Deshalb findet unter hormoneller Verhütung in der Regel kein Eisprung statt, und nach dem Absetzen muss die Eireifung erst wieder in Gang kommen. Bei den allermeisten Frauen passiert das in den ersten sechs Monaten nach dem Absetzen von alleine, so lange solltest du deinem Körper auf jeden Fall Zeit lassen. Da die künstlichen Hormone unter anderem Leber und Darm belasten, kannst du diese Organe gut durch eine gesunde Ernährung beim Entgiften unterstützen.

Um den Zyklus sanft zu regulieren, hat sich bei vielen Frauen Mönchspfeffer bewährt. Aber: Auch pflanzliche Mittel können falsch eingesetzt eher schaden als nutzen, deshalb empfehle ich, sich zu Dosierung und Art der Anwendung von Frauenarzt oder Heilpraktiker beraten zu lassen.

Wirklich gute Erfahrungen habe ich auch mit Frauenmantel gemacht: Als Tee zubereitet, kann die Pflanze dabei helfen, den Zyklus zu regulieren und die Hormone auszugleichen.

Mein wichtigster Tipp ist aber: Hab Vertrauen in deinen Körper! Vieles gibt sich mit ein bisschen Zeit von ganz alleine. Hol dir Hilfe und Unterstützung, wenn du unsicher bist – keine Frau muss das alleine schaffen. Und: NFP ist eine tolle Methode, um ein besseres Körpergefühl zu entwickeln und den eigenen Körper wirklich gut kennen zu lernen. Das ist eine spannende, wirklich tolle Zeit – hab Spaß dabei!

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